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26.07.2017

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge

Abschiedsrede für Dr. Monika Gonser und Begrüßungsrede für Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg

Da die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Monika Gonser aus beruflichen Gründen für ein Jahr ins Ausland geht, muss sie ihr Gemeinderatsmandat niederlegen. Ihr folgt Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg, die Nummer 11 im Wahlergebnis von Bündnis 90/Die Grünen in Heidelberg. Die Fraktionsvorsitzende, Beate Deckwart-Boller, hielt in der Gemeinderatssitzung am 25.07.2017, auf der der Wechsel vollzogen wurde, eine Rede, in der sie Dr. Gonser verabschiedet und Dr. Nipp-Stolzenburg begrüßt.

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Herren Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

liebe Monika,

eine Abschiedsrede zu halten, gehört jetzt nicht unbedingt zu den Lieblingsaufgaben für mich als Fraktionsvorsitzende, und so hoffe ich natürlich, dass es die erste und letzte ist in dieser Wahlperiode.

Du hast dich also entschieden aus dem recht beschaulichen Heidelberg in die 4-Millionen-Stadt Chennai zu ziehen. Laut Wikipedia wird es dort nie kälter als 20 Grad und selten wärmer als 40 °C, aufs Wetter kannst du dich also freuen. Und dein neuer Job an der Uni wird mit Sicherheit genauso spannend sein wie der jetzige hier im Reallabor der PH.

Und wir lassen dich mit einem weinenden und einem lachenden Auge gehen.

Natürlich weinen wir. Du bist unsere Expertin zum Thema Umweltschutz, Windkraftanlagen, CO2-reduzierte Stadt und Energiesanierung. Es ist dir immer wichtig, diese Stadt tatsächlich ökologisch nachhaltig zu entwickeln und nicht nur in Sonntagsreden davon zu schwärmen. Gerade bei den Diskussionen um die Standorte für die Windkraftanlagen hast du mit offenem Visier gekämpft und deinen Kopf für deine Überzeugungen hingehalten. Du hast dich offensiv mit dem schwierigen Thema Städtepartnerschaft mit Simferopol auseinandergesetzt und dafür danken wir dir. Aber auch die Integration von Geflüchteten und ein friedliches Miteinander in einer Stadtgesellschaft sind dir wichtig.

Weinen werden wir vor allem auch, weil uns eine Fraktionskollegin verlässt, die in hitzigen Debatten einen kühlen Kopf behält, nie unsachlich wird und beharrlich an der Sache bleibt. Von diesen Kompetenzen und von deiner ausgleichenden Art haben wir in vielen Fraktionssitzungen profitiert und hier im Gemeinderat natürlich auch. Fehlen wird uns auch deine Küche, in der viele Ideen geschmiedet wurden und viele Flaschen Primitivo geleert wurden.

Ein Dauerthema war für dich die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Gemeinderat. Ist es wirklich möglich, in einer Stadt, die so rasant wächst, Kommunalpolitik noch im Ehrenamt zu machen? Ist es nicht ungerecht, uns Entscheidungen zu Vorlagen abzuverlangen, die in monatelanger Arbeit erstellt wurden und von uns nach Feierabend, oft unter Zeitdruck, erledigt werden sollen? Dieses Dilemma wird uns auch nach deinem Weggang weiter beschäftigen und wenn es dafür irgendwann eine Lösung geben sollte, wirst du darüber umgehend informiert werden.

Und vielleicht kommst du ja wieder. 2019 findet die nächste Gemeinderatswahl statt. Und du bist dann um viele Erfahrungen reicher und hast neue Ideen dabei. Und vielleicht haben wir dann auch die Skeptiker*innen im Gemeinderat davon überzeugt, dass regenerative Energien besser sind als Kohle und dass ökologisches Bauen und bezahlbarer Wohnraum kein Widerspruch sind. Und wir haben hoffentlich noch nicht das feuchtwarme Klima von Chennai.

Dir und deiner Familie wünschen wir jetzt ein gutes Ankommen im neuen Leben, ganz viele neue Erfahrungen und nette Menschen um euch herum. Wir danken dir für die geleistete Arbeit in unserer Partei, in der Fraktion und im Gemeinderat.

Das lachende Auge zwinkert jetzt dir, liebe Luitgard, zu. Eigentlich wolltest du jetzt im Urlaub sein, den du wegen uns abgeblasen hast. Dass du Monikas Nachfolgerin wirst, ist ein starker Trost für uns. Du kennst dich aus in dieser Stadt, bist gut vernetzt, kennst Hinz und Kunz, kennst die Fraktion und kannst auch mal morgens um 9 Uhr zu einem Spatenstich antreten. Wir freuen uns auf dich und deine Expertise, vor allem in den Themen Stadtentwicklung und Kultur.

Abschließend ein herzliches Dankeschön und ein „Machs gut“, liebe Monika, und ein herzliches Willkommen für dich, liebe Luitgard!



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