Stadtblatt-Beitrag der Gemeinderatsfraktion von Nora Schönberger und Leander von Detten – Ausgabe vom 20.05.2026 //
Vom 8. bis 30. Mai findet das Queer Festival Heidelberg statt: ein Monat lang queere Kultur, Diskurs und Begegnung im Karlstorbahnhof. Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Empfang der Stadt und des Festivals, zu dem auch die Bundesbeauftragte für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Sophie Koch, nach Heidelberg gekommen war.
Koch kämpft auf Bundesebene gegen erheblichen Gegenwind: Das Bundesfamilienministerium hat das Wort „Queerpolitik“ aus dem Titel des zuständigen Referats gestrichen, ein Schritt, den Kritikerinnen als Zeichen einer schleichenden Erosion der Unterstützung sehen. Die Bedeutung von Allyship wächst gerade in Zeiten, in denen steigende Anfragen bei Antidiskriminierungsstellen zeigen, wie sehr die offene und vielfältige Gesellschaft unter Druck gerät, auch in Heidelberg. Dabei reicht das Hissen von Flaggen nicht aus. Nötig sind vielmehr konsequente politische Strukturen, die Schutz vor Gewalt und Diskriminierung gewährleisten und diese Haltung auch sichtbar abbilden.
Besonders wichtig ist das für junge Menschen. Sie befinden sich in einer kritischen Phase der Identitätsfindung, in der das Fehlen von Akzeptanz und sicheren Räumen, Diskriminierung oder Mobbing schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit und soziale Entwicklung haben kann. Konsequente Queerpolitik auf kommunaler Ebene sendet ein klares Signal der Sicherheit und Zugehörigkeit.
Heidelberg ist seit 2020 Mitglied im internationalen Rainbow Cities Network und unterstreicht damit ein langfristiges Engagement für die vielfältige und diskriminierungssensible Stadtgesellschaft. Die Kundgebung gegen Queerfeindlichkeit am 17. Mai, organisiert vom Queeren Netzwerk Heidelberg und unterstützt vom Amt für Chancengleichheit, war ein kraftvolles Zeichen dieser Haltung im Stadtbild. Dass hier Vertreterinnen von BiBeZ e.V. und dem Migrationsbeirat gesprochen haben, zeigt: Dem Angriff auf die offene Gesellschaft kann nur intersektional entgegentreten werden.
Die Grüne Fraktion hat in der Vergangenheit wichtige Schritte zur strukturellen Stärkung der Queerpolitik unternommen, darunter der Antrag auf Mitgliedschaft im Rainbow Cities Network und die erstmalige Finanzierung des Queerfestivals im Doppelhaushalt 2021/2022.
Auch in Zukunft wollen wir dafür Sorge zu tragen, dass die etablierten Strukturen für Gewaltschutz und Antidiskriminierung erhalten bleiben, d.h. die Bereitstellung von Beratungsangeboten, die Stärkung der Antidiskriminierungsarbeit und das Bereitstellen von sicheren Räumen.







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