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12.07.2017

Mediterranisierung des Klimas in Heidelberg

Stadtblattartikel von Frank Wetzel vom 12.07.2017

Eine Mediterranisierung des Klimas in Heidelberg in den nächsten Jahren - das erwartet uns laut der Beschlussvorlage im Bau- und Umweltausschuss vom 04. Juli 2017. Klingt nach Sommerurlaub, aber im gelebten Alltag ist der Anstieg der Durchschnittstemperatur bei häufigeren sommerlichen Hitzeperioden und sommerlichen Starkregenereignissen nicht nur positiv zu bewerten. Die Verwaltung wurde im Ausschuss mit der Erstellung von Klimawandel-Anpassungskonzepten beauftragt. Die Belastung der Bevölkerung durch Hitze in Heidelberg war schon ersichtlich im Stadtklimagutachten 2015. Bauliche und technische Maßnahmen zur Vermeidung von Hitzebelastung zählen (noch) nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben. Die Bauleitplanung (§ 1 a Abs. 5 BauGB) schreibt die Verpflichtung vor, Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in städtebaulichen Planungen zu berücksichtigen.

Haben wir reagiert? Autoabstellplätze sind meist versiegelt, im ungünstigsten Fall mit schwarzem Asphalt. Die Reflexionseigenschaften des Untergrundes bestimmen die Energieumsätze bzw. die Erwärmung. Die von der Sonne kommende Infrarotstrahlung kann sehr gut von weißen, hellen Oberflächen reflektiert werden. Der reflektierte Anteil trägt damit nicht mehr zur Erwärmung der Oberfläche bei. Durch die Reduzierung der Oberflächenversiegelung verringert sich der Anteil der Flächen mit hohen Oberflächentemperaturen. Pflasterrasen, Rasengittersteine, Schotterrasen, Splitt etc. sind je nach Nutzung Alternativen. Schöne großkronige Laubbäume spenden im Sommer Schatten, die PKWs werden nicht aufgeheizt. Die Transpiration der Blätter befeuchtet zusätzlich die Luft, Staub wird gebunden, Lärm verringert.

Müssen ebenerdige PKW-Stellplätze sein? Ein Stellplatz in einer Tiefgarage oder einer mehrgeschossigen Parkgarage ist wesentlich teurer – stimmt das langfristig wirklich? Für den lokalen Klimaschutz lassen wir die gesamte Bahnstadt in Passivbauweise erstellen. Auch dieser Mehrwert beschert der Bahnstadt einen unglaublich schnellen und guten Verkauf. Ist es dann sinnvoll, ebenerdige PKW-Stellplätze mit all den genannten Nachteilen zu genehmigen? Bündnis 90/Die Grünen meint nein. Deshalb habe ich gegen die Errichtung des Einrichtungshauses in der Bahnstadt gestimmt. Geplant sind insgesamt 380 Parkplätze, davon 143 unterirdisch und 237 als ebenerdige Stellplätze, zwar mit Bepflanzung, aber mit versiegelten Oberflächen. Wir werden den Antrag stellen, diese Parkplätze komplett als Tiefgarage oder als mehrgeschossige Parkgarage zu realisieren.


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