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14.01.2014

Der Bürger steht in der Mitte – „Gemeinsam gestalten“ ist das Leitmotiv von OB-Kandidat Derek Cofie-Nunoo

Bericht zum Neujahrsempfang der GRÜNEN Heidelberg im Karlstorbahnhof am 12. Januar 2014

Am 12. Januar fand der alljährliche Neujahrsempfang der Heidelberger Grünen im Karlstorbahnhof statt. Diesem Termin kam dieses Jahr eine besondere Rolle zu. Denn vor einem Jahr hatten die Grünen angekündigt, bei diesem Anlass ihren Kandidaten für die diesjährige Oberbürgermeisterwahl zu präsentieren – und diese Ankündigung wurde nun vor einem vollen Haus auch in die Tat umgesetzt. Mehr als 200 Gäste nutzten die Chance, sich von OB-Kandidat Derek Cofie-Nunoo selbst einen Eindruck zu machen.

Zunächst wurden die Gäste von der Heidelberger Landtagsabgeordnete und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer begrüßt, die in ihrer Rede auf das für die Grünen nicht immer einfache Jahr 2013 zurückblickte, vor allem aber auf die Bedeutung des Wahljahres 2014 für Heidelberg einstimmte. Sie hob dabei insbesondere die zeitgleich zur Kommunalwahl am 25. Mai stattfindende Europawahl hervor. „Europa bleibt ein wichtiger Einflussfaktor – gerade für eine internationale Stadt wie Heidelberg, die von Weltoffenheit und Toleranz lebt“, so die Abgeordnete. „Wir als Europapartei werden uns weiter dafür einsetzen, dass die europäische Idee nicht populistischen Parolen geopfert wird.“ Anschließend machte die Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft Grüne / generation.hd, Beate Deckwart-Boller, in ihrer Rede deutlich, welche Schwerpunkte die Fraktionsgemeinschaft im letzten Jahr gesetzt hatte und wie sie an diese anknüpfen wird. So kündigte sie unter anderem an, sich auch weiterhin für den Ausbau der Kinderbetreuung einzusetzen, die trotz einer im bundesweiten Vergleich hohen Betreuungsquote noch weit von einer Deckung des in der Stadt vorhandenen Bedarfs entfernt ist.
  
Dann folgte mit der Rede von Derek Cofie-Nunoo der mit Spannung erwartete Höhepunkt des Abends. Der OB-Kandidat gab dabei nicht nur erste Hinweise auf die inhaltlichen Schwerpunkte, die er im Wahlkampf und als möglicher neuer Oberbürgermeister setzen wird. Darüber hinaus zeigte er in einer sehr persönlichen Rede viel von sich als Mensch – was ihn antreibt, wie er vor 15 Jahren zur Kommunalpolitik gekommen ist und warum diese das ist, „was ihm am meisten Spaß macht.“ Vor allem aber vermittelte er ein Gefühl davon, welchen Politikstil er pflegt – und warum ein anderer Politikstil dringend erforderlich ist, wenn unsere Stadt all ihre Potentiale erfolgreich zur Entfaltung bringen will.

„Die richtigen Fragen stellen“, „Zuhören und Gehörtwerden“, sowie „Gemeinsam gestalten“ waren dafür die zentralen Merkmale, die sich als roter Faden durch die verschiedenen Politikfelder zogen, immer der Überzeugung folgend: Nicht um alles muss sich die Stadtspitze kümmern, weil viele Probleme die Bürger selbst am besten lösen können, wenn man sie dabei unterstützt, anstatt ihnen Steine in den Weg zu legen. Derek Cofie-Nunoo definierte es deshalb als zentrale Aufgabe eines Oberbürgermeisters, den Menschen optimale Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, die Gestaltung unserer Stadt selbst in die Hand zu nehmen. „Bürgerbeteiligung ist mehr als eine moderierte Großveranstaltung  - sie lebt überall dort, wo Menschen sich engagieren, um ihre Stadt voran zu bringen“, so der Kandidat.

Inhaltlich war es der Dreiklang aus Wohnen, Leben und Arbeiten, der die immer wieder von Applaus unterbrochene Rede strukturierte. Für diese drei zentralen Aufgabenfelder sieht Derek Cofie-Nunoo eine historische Chance in der Entwicklung der ehemaligen US-Militärflächen, die in den nächsten Jahren zu neuen Stadtquartieren reifen werden. Er warb dafür, hinsichtlich der Schaffung bezahlbaren Wohnraums nicht die Fehler zu wiederholen, die in der Bahnstadt gemacht wurden – denn, so Cofie-Nunoo, unabhängig von der Frage, ob man diesen Stadtteil nun architektonisch gelungen findet oder nicht: Klar ist, dass er keinen wesentlichen Beitrag zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums geleistet hat. Das muss im Mark-Twain-Village und den anderen Entwicklungsflächen anders werden.

Was die Zukunft unseres Zusammenlebens in einer alternden Gesellschaft angeht, konnte Derek Cofie-Nunoo aus seiner breiten Expertise als Gerontologe schöpfen. Er machte deutlich, dass Leben und Wohnen im Alter und die Schaffung von alternativen Angeboten für Menschen mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf zentrale Zukunftsthemen sind, die in Heidelberg trotz der hier vorhandenen wissenschaftlichen Kompetenz bisher kaum eine Rolle spielen. „Wir werden nicht alle ins Altersheim gehen können – und viele von uns wollen das auch gar nicht“, betonte er. Die neuen Stadtquartiere auf den ehemaligen US-Militärflächen müssten daher von vornherein so geplant werden, dass sie Angebote machen, um den hier entstehenden Bedürfnissen gerecht zu werden.  

Zum dritten Schwerpunkt, dem „Arbeiten“ führte Derek Cofie-Nunoo den Gästen das besondere Potential der Wissensstadt Heidelberg, gerade für das Wirtschafts- und Arbeitsleben, vor Augen. Technologietransfer und Innovationsförderung sollten seiner Ansicht nach einen viel prominenteren Stellenwert erhalten, „damit gute Ideen unserer exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch zu Geschäftsideen werden, die in Heidelberg ein produktives Arbeitsumfeld finden.“ Im besten Fall, so Cofie-Nunoo weiter, können dabei sogar Innovationen für ein ökologischeres Leben und Arbeiten entstehen, die nicht nur den innovativen UnternehmerInnen, sondern auch unserer Umwelt helfen – egal, ob es sich dabei um ökologische Produkte, ressourcenschonende Verfahren oder Dienstleistungen für ein nachhaltiges Leben handelt.

Auch wenn die Vielzahl der Themen, die ein Oberbürgermeister zu bearbeiten hat, an einem solchen Abend bei weitem nicht abgedeckt werden konnte, so vermittelte Derek Cofie-Nunoo doch mit diesen Schwerpunkten und den weiteren, kurz angerissenen Themen wie energetischer Gebäudesanierung und vernetzter Mobilität einen intensiven Eindruck von der Vielfalt der Ideen, die er für Heidelberg hat. Für ihn, so sagte er abschließend, stehe beim Wort „Ober – Bürger – Meister“ der Bürger in der Mitte – wofür er nach rund einer Stunde stehenden Applaus der 200 anwesenden Gäste erntete.

Die Grünen und generation.hd starten nach einem gelungenen Neujahrsempfang mit viel Schwung und Begeisterung in ein spannendes Wahljahr 2014.


Bericht aus der Rhein-Neckar-Zeitung von Dr. Michael Hörnle zum Neujahrsempfang vom 13.01.2013.


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