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31.01.2012

Welches Wachstum wollen wir? Diskussion mit Theresia Bauer und Gästen

Di., 20 Uhr - Literaturcafé / Poststr. 15

thb_rechts_01.jpgNoch immer gilt Wachstum vielen als Garant künftigen Wohlstands - obwohl auch die Debatte über die "Grenzen des Wachstums" bereits fast 40 Jahre alt ist. Und noch immer orientiert sich unsere Wirtschaft vor allem an jenem Indikator, mit dem Wachstum in der Regel gemessen wird - dem Brutto-Inlandsprodukt, kurz: BIP. Ist dieser Indikator noch zeitgemäß - und vor allem: bildet er das ab, was er eigentlich messen soll?

Denn darüber, ob das BIP wirklich darstellen kann, ob es den Menschen besser geht oder schlechter, lässt sich durchaus streiten. So führen z.B. Verkehrsunfälle zu einer Vielzahl von ökonomischen Aktivitäten: durch Reparaturen, Kauf von Neuwagen, Versicherungen, Beschäftigung von Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen - und steigern so das BIP, generieren also Wachstum. Zur gesellschaftlichen Wohlfahrt tragen sie dabei sicher nicht bei. Brauchen wir also andere Indikatoren und Messmethoden, wenn wir abbilden wollen, was "Wohlstand" ist und auf welche Weise sich dieser entwickelt?

Darüber diskutiert Theresia Bauer mit folgenden Gästen:

Kerstin c95d6819f7.jpgAndreae, MdB

ist wirtschaftspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion und Mitglied der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Bundestages. Diese soll den Stellenwert von Wachstum in Wirtschaft und Gesellschaft ermitteln, einen ganzheitlichen Wohlstands- und Fortschrittsindikator entwickeln und die Möglichkeiten und Grenzen der Entkopplung von Wachstum, Ressourcenverbrauch und technischem Fortschritt ausloten.

 

diefenbacher2.jpgProf. Dr. Hans Diefenbacher

ist Leiter des Arbeitsbereichs "Frieden und Nachhaltige Entwicklung" der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft. Er forscht seit langem zur statistischen Messung von Wachstum und Wohlfahrt. 2009 hat er zusammen mit Roland Zieschank im Auftrag des Umweltbundesamtes die Studie "Wohlfahrtsmessung in Deutschland - ein Vorschlag für einen nationalen Wohlfahrtsindex" veröffentlicht.

 

dorothee_R_03.jpgDorothee Rodenhäuser

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft. Zusammen mit Hans Diefenbacher arbeitet sie an der weiteren Verbesserung der Anwendbarkeit des Nationalen Wohlfahrtsindex und hat unter anderem bei der Erstellung des Gutachtens "Grüne Wirtschaftspolitik und regionaler Wohlfahrtsindex für Schleswig-Holstein" mitgewirkt.

 

Kerstin Andreae wird in ihrem Eingangsreferat die Arbeit der Enquete-Kommission vorstellen und herausarbeiten, welche Schlüsse die Grünen für das Verhältnis von Wohlstand und Wachstum ziehen und inwiefern aus grüner Sicht ein neues Indikatorensystem zur Wohlstandsmessung Sinn machen könnte.

Hans Diefenbacher und Dorothee Rodenhäuser werden den "Nationalen Wohlfahrtsindex" als eine mögliche Alternative zum BIP erläutern und zur Diskussion stellen.

Die Eingangsreferate werden kommentiert durch Stellungnahmen von:

Christoph Gran (real-world-economics, Vereinigung kritischer Wirtschaftswissenschaftler)

Jürgen Giegrich (Geschäftsführer, Insitut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg)

Dr. Wolfgang Niopek (Geschäftsführer, Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar)

Matthias Weyland (Geschäftsführer, BUND Rhein-Neckar-Odenwald)

N.N. (Wirtschaftsjunioren Heidelberg)

 

 

 


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